Geburtstags-Pizza bei Pizza Cars

Wir hatten uns den falschen Tag ausgesucht. Der Eingang zur Pizzeria Franco neben der Tennishalle war verschlossen, alles dunkel in der Pizzeria „Zum Bootshaus“ neben dem Fischereimuseum, in der Pizzeria in Bergheim an der Kirche waren die Rolläden ebenso herunter gelassen. Montag war Ruhetag, aber es war der Wunsch unseres Sohnes, dass wir zu seinem Geburtstag ein Pizza holen sollten – die geschmacklich zu den Ursprüngen traditioneller Pizzaherstellung zurück finden sollte. In Mondorf am Rhein hatte ich schließlich Glück: in der Pizzeria „da Pino“ regte sich Leben, doch sie führte keine Pizza Calzone im Angebot, welche ich meiner Frau mitbringen sollte. Ich telefonierte nach zu Hause mit dem Handy, und wir beschlossen, dass ich in der „Pizza Cars“, die als Schnellimbiss im Schatten der Kirche hell erleuchtet geöffnet war, die Pizzen besorgen sollte. Der Herstellung von Pizzen im Fast-Food-Betrieb stand ich skeptisch gegenüber. Schon der Verkaufsraum war eng in sich zusammen gequetscht. Nur einen Stehtisch gab es, der das Essgewohnheiten dieses Kundenklientels knapp und kurz beschrieb, dass sie ihr „Fast Food“ lediglich abholten, wenn sie es nicht gleich nach Hause liefern ließen. So herrschte Hektik im Imbissbetrieb, alle paar Minuten bimmelte das Telefon, und alle paar Minuten erhöhten sich die Lieferzeiten. Anfangs war es noch eine halbe Stunde, dass die Kunden zu Hause warten mussten. Später, als ich den Verkaufsraum verließ, hatte sich die Wartezeit auf eine Stunde ausgedehnt. Was meine eigene Wartezeit betraf, zeigte sich der türkische Pizzabäcker freundlich, bestimmt und zuverlässig: die zwanzig Minuten, die er versprochen hatte, hielt er auch ein.

Als ich, um unsere Bestellung aufzugeben, den Flyer mit dem Speiseangebot studierte, war ich zugleich skeptisch, überrascht und fasziniert. Ich war in einen Fast-Food-Betrieb hinein geraten, auf dessen breit gefächerter Speisekarte es ungefähr nichts gab, was nicht angeboten wurde. Pizzen wurden in klein und groß angeboten, unter denen von Pizza Margerita, Salami, Champignons, Tonno, Frutti di Mare oder auch Calzone nichts fehlte. Nudeln und Spaghetti in großer Auswahl, chinesische Ente, Bami Goreng und gebratenen Reis mit Nudeln und allerlei Gemüse. Schnitzel mit Pommes für den deutsch-gewöhnlichen Geschmack, Döner für den türkischen Inhaber, der bestimmt, zuvorkommend und höflich meine Bestellung entgegen nahm. Als wir zu Hause unser Essen verspeisten, mussten wir feststellen, dass wir im wahrsten Sinne des Wortes „Fast Food“ gekauft hatten. Die Zubereitungsformen des Essens im Strom der Zeit: schnell. Quick and Dirty: ich dachte an falsche, aber im Zeitdruck nie gänzlich zu vermeidende Vorgehensweisen am Arbeitsplatz, dass Schnelligkeit höher bewertet wurde als die Gründlichkeit. Bei solchen Vorgehensweisen war mir am Arbeitsplatz stets unwohl zumute, dass Qualitätsmängel nicht zu vermeiden waren und dies später auffallen würde. Dass die Schnelligkeit beim Belegen der Pizzen im Vordergrund gestanden hatte, dass schmeckten wir auf Anhieb. Ich hatte eine mit Gyros gefüllte Pizza Calzone mitgebracht, bei der einfach alles nicht durch gegart oder vielleicht sogar roh war. Endlos kaute ich auf dem Gyros-Geschnetzelten herum, die Paprika schmeckten nach nichts, die Tomatensoße war eine ungewürzte rote Pampe. Nachdem ich die halbe Pizza aufgegessen hatte, kapitulierte ich. Dem Rest unserer Familie erging es nicht viel anders als mir.

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