Tagebuch Oktober 2017

1. Oktober 2017

Dessert Crazy Pop – diese Spezialität hatte uns nach Mc Donald’s gelockt. Bei unserer Tochter dreht sich vieles um die Lochis, diese singenden Zwillinge, die es über Youtube zu Berühmtheit gebracht haben und bei Mc Donald’s die eigene Eis-Kreation in den Verkauf gebracht hatten. Abermals stellte ich fest, dass ich wesentliche Trends verschlafen hatte, da Fast Food von Mc Donald’s nicht unbedingt zu meinen Essensvorlieben gehört. Irgendein Manager hatte das Kundenerlebnis optimiert, indem er ein Projekt zur Warteschlangenoptimierung umgesetzt hatte. So wie es etwa in Behörden üblich ist, mussten alle Kunden ein Nümmerchen ziehen, dann bezahlen, und nach Aufruf der Nummer bekamen die Kunden mit dem Kassenzettel das Essen an der Theke ausgehändigt. Weil wir eine große Bestellung hatten, waren die Nummern durch einander geraten, es gab keine verbindliche Reihenfolge der Nummern, so dass wir dementsprechend lange auf unser Essen warten mussten. Und das schlimmste war: das von den Lochis kreierte Dessert Crazy Pop war vergessen worden. Wie gut, dass unsere Tochter genau aufgepasst hatte. Hamburger für Hamburger, Mc Rib für Mc Rib, alle Frittenportionen, Getränk für Getränk prüften wir unser Essen, doch das Dessert Crazy Pop fehlte. Die Reklamation an der Bedienungstheke lief dann unkompliziert ab, denn im Handumdrehen bekamen wir das Desssert Crazy Pop nachgeliefert.

2. Oktober 2017

Dass der Islam mit all seinen Terroranschlägen ein Gefühl der Bedrohung verbreitet, ist allgemein unstrittig. Obschon man nicht in die Köpfe der islamisch gläubigen Menschen auf der Straße hinein schauen kann, inwieweit sie das extreme Gedankengut von Gotteskriegern in sich tragen, fühle ich mich grundsätzlich von Frauen bedroht, die so vollverschleiert sind, dass vielleicht gerade die Augen aus dem Gesichtsschleier heraus schauen. Die Bedrohungen sind diffus, nicht greifbar, so dass sich meine Beobachtungen des Islam im Bereich von Vermutung, Gedankenkonstrukt, These und Vorstellung bewegen. So fühle ich mich prompt von den Schriftzeichen auf der Türklingel und den Namen auf dem Briefkasten bedroht. Ausnahmslos arabische Schriftzeichen auf der Türklingel und ausnahmslos arabische Namen auf dem Briefkasten. Ein Gefühl, dass wir islamisiert beziehungsweise zum islamischen Glauben bekehrt werden sollen. Islamische Gotteskrieger planen den nächsten Terrorakt. Das ist natürlich Übertreibung, hoffentlich, und dennoch kommt der Vergleich in mir hoch mit dem Schreckgespenst Serbien, das der Autor Christopher Clark in seinem Buch „Die Schlafwandler“ zum Ersten Weltkrieg beschreibt. Im Untergrund lebende serbische Gruppierungen, lose organisiert und koordiniert. Terrorkommandos, die sich unerkannt unter die Bevölkerung mischten, Terroranschläge, deren Wirkung sich in Summe vervielfachte und die schließlich den großen Coup landeten mit der Ermordung des Habsburgischen Thronnachfolgers.

3. Oktober 2017

Ein seltenes Kompliment und ein noch seltenerer Geschmack. Mit unserem Besuch aus Freiburg, unserer Tochter, ihrem Freund und seiner Mutter, hatten wir Soljanka zu Mittag gegessen und uns anschließend angeregt unterhalten. Wir hatten über verunstaltete Plätze in Freiburg geredet, so über den Glasklotz der Universitätsbibliothek auf dem Platz an der Alten Synagoge, und über das nicht enden wollende Baustellenchaos. Dass die Spritpreise in Freiburg einiges höher liegen als bei uns, demgegenüber verglichen wir die Brötchenpreise, Einkäufe im Supermarkt oder die Preise für eine Tasse Kaffee, ohne dass wir einen Trend der Lebenshaltungskosten für oder gegen Freiburg ausmachen konnten. Bevor unser Besuch aus Freiburg, der Freund unserer Tochter und seine Mutter, nach Düsseldorf zum Bruder beziehungsweise Sohn weiter fuhren, überraschte uns das seltene Kompliment und der noch seltenere Geschmack. Beim Gang auf die Toilette gefiel der grüne Farbton unserer Fliesen der Mutter des Freundes unserer Tochter besonders, was wir nicht verstanden, weil uns der schmutzig-fleckige verwaschene Farbton stets abgestoßen hatte. Wir hatten es aber nie geschafft, die Fliesen abzustemmen oder gar zu renovieren, und freuten uns über einen potenziellen Abnehmer der Fliesen, sofern wir das Renovierungsvorhaben doch noch irgend wann realisieren sollten. Die Zeit war wir im Flug vergangen, als die beiden Freiburger uns mit ihrem Merzedes der Kompaktklasse mit dem Kennzeichen FR-….. verließen.

4. Oktober 2017

Die Schornsteine müssen rauchen, diese Leitlinie aus der Zeit des Wirtschaftswunders verkörperte eine Vision, dass Industrie und rauchende Schornsteine zu Wachstum führten. Als Behörden- und Beamtenstadt hat sich in Bonn der Beitrag von rauchenden Schornsteinen am Wachstum zurück gehalten. Nichtsdestotrotz hat Bonn am Wirtschaftswachstum teil gehabt, selbst nach dem Umzug der Bundesregierung, als Standort für Unternehmen der Forschung, der Telekommunikation, der Logistik und nicht zuletzt als UN-Standort. Gerade im Umfeld des UN-Campus, hatte der Oberbürgermeister der Stadt Bonn, Ashok-Alexander Sridharan, zuletzt festgestellt, dass sich das Wachstum seiner Stadt durch die Anzahl und die Höhe der Baukräne beziffern ließe. An Großbaustellen in Bonn mangelt es wahrhaft nicht. Die Stadt verändert sich so rasant, dass einem schwindlig wird. Vor dem Hauptbahnhof, wo sich gleich vier Baukräne gigantisch in die Höhe schrauben, dürfte das Herz des Oberbürgermeisters besonders hoch schlagen.

5. Oktober 2017

Er ist mir zu moralisierend, zu cholerisch, zu aufbrausend, so dass ich mich mitunter mit den Sturzfluten seines Redeflusses und seiner Wortgewalt schwer tue. Dennoch schätze ich den Kabarettisten Wilfried Schmickler, weil er die Wahrheit wie kaum ein anderer Kabarettist auf den Punkt bringt. Im Umfeld dieser hervor springenden und verschachtelten Betonwand gehen mir all seine Botschaften durch den Kopf: die Kälte und fehlende Empathie, verrostete und verkrustete Strukturen, die Köpfe der Denker und Lenker voller Beton, das Unkraut an den Rändern unserer Gesellschaft; eine Zigarette rauchend und im Sessel sitzend, steht das blanke Entsetzen in seinem Gesicht geschrieben, was ihm die Wirklichkeit vor die Füße geworfen hat. Unsere Gesellschaft braucht solche Wachrüttler wie Wilfried Schmickler, die den Finger zeigen, die Dinge beim Namen benennen und Verantwortliche an den Pranger stellen. Die eindringliche Töne wählen, klare Ansagen formulieren und den Blick auf die Problemfelder in unserer Gesellschaft lenken.

6. Oktober 2017

Seltene Momente reihten sich aneinander, dass ich das Autofahren so genoss. Eine Freundin hatte meine Frau zum Reinhard Mey-Konzert im Bonner Telekom Dome eingeladen. Das Konzert begann um 20 Uhr, und zwanzig nach sechs fuhren wir los, und ich der Abfahrtszeitpunkt kam mir viel zu früh vor. Die seltenen Momente stimmten mich ein, als ich SWR1 im Autoradio einschaltete. Ungefähr eine Woche lang ratterte ein Song nach dem anderen herunter, der zur Top 1000-Hitparade gehörte. Da waren wirkliche Knaller dabei. Noch in unserem Ort gab Trude Herr mit „Niemals geht man so ganz“ zusammen mit Wolfgang Niedecken und Tommy Engel ihr bestes, später folgten „Lucky Man“ von Emerson, Lake & Palmer oder „Papa was a Rolling Stone“ von den Temptations dabei. Der DJ Michael Lueg legte viele alte Stücke auf, aus meiner Jugendzeit, aber auch neue Stücke, Rock, Blues, Soul, Pop, auch deutsche Schlager, alles war dabei. Da es sich vor der Autobahnausfahrt Hardtberg endlos zurück staute, zog ich den Umweg über Meckenheim-Merl, Witterschlick und den Kottenforst vor, so dass unsere Abfahrtszeit um zwanzig nach sechs gar nicht einmal so spät war. Nachdem die beiden Damen am Telekom Dome ausgestiegen waren, rockte danach SWR1 so richtig los. AC/DC durfte natürlich nicht fehlen, und zwar mit dem Stück „It’s a long way to the top“. Im direkten Anschluss krachte Iron Maiden mit „Hallowed be thy Name“ los, als ich auf der Friedrich-Ebert-Brücke über den Rhein fuhr. Leise dümpelten die fließenden Wasser des Rheins vor sich hin, im schummrigen Licht der Autobahnbeleuchtung, ganz im Gegensatz zu den energiegeladenen Gitarrenrtythmen, die über den Rhein hinweg fetzten. Und auf der Rückfahrt, beim Abholen, setzten sich die abwechslungsreichen Musikrythmen fort.

7. Oktober 2017

Oft ist es die pure Größe, vor der sich der Mensch verneigt. Der Mensch sucht Superlative, so in Einkaufszentren, und die Neugierde zieht die Menschen an. Das HUMA-Einkaufszentrum war abgerissen worden, neu gebaut worden, und die Erweiterung um neue Ladenzeilen auf drei Etagen in drei Gebäudetrakten war am 28. September eröffnet worden. So waren die Einkaufsscharen zahlreich, als wir uns in das neue, größere HUMA-Einkaufszentrum hinein gewagt hatten. Auf 39.000 Quadratmeter Verkaufsfläche, ein wahrer Rekord im Rhein-Sieg-Kreis, kann man nun ausgiebig shoppen, vor allem in Bekleidungsläden und Modeketten, wo wir sogleich bei TK Maxx auf zwei Etagen in Unmengen von Accessoires, Lampen, Schalen, Hocker, Bronzeelefanten oder Kopien von Buddha-Statuen herum stöberten. Ein lässiger Nachmittag, an dem die Ehefrau und die beiden Töchter bei Orsay oder New Yorker nach Herzenslust in der Auswahl von Anziehsachen herum wühlten. Obschon mich mich die schier unendliche Auswahl von Ladenlokalen gleichgültig ließ, konnte ich mein Staunen über die pure Größe nicht verbergen.

8. Oktober 2017

Erst spät, sehr spät kamen wir dazu, über die diesjährige Kirmes in unserem Ort zu bummeln. Da mir selbst nicht allzu viel daran liegt, auf solchen Orten des Rummels zu verweilen, hatte ich diesen Bummel auch nicht aktiv voran getrieben. Vormittags, mit einer Abfahrtzeit von 11:14 Uhr, hatte ich unsere große Tochter zum Bonner Hauptbahnhof kutschiert, weil sie nach Freiburg zurück fuhr. Zu späten Nachmittagszeiten des Sonntags war es dann soweit. Mit Opa, Schwager, Frau und Tochter machten wir uns auf den Weg zu dem Kirmesrummel, der von Jahr zu Jahr etwas weniger wird. Unsere Tochter traf eine Klassenkameradin aus der Grundschule, mit der sie gemeinsam auf der Hitparade und einer anderen Kirmesattraktion, einem „Blower“, der die Fahrgäste ruckartig in die Höhe hievte, ihre Runden drehte. Zum Abschluss aßen wir uns in der griechischen Imbissbude, die für unsere Familie exakt fünf Plätze bereit hielt, satt.

9. Oktober 2017

Man lebt sich so ein, Tag für Tag neu, im Büroalltag des Großraumbüros. Wir haben unseren Trolley, unseren Schrank und ein Spind, wo wir unser Equipment und ein paar persönliche Dinge verstauen können. Entscheidend ist, dass die wichtigen Dinge funktionieren: die Kommunikation untereinander, sich auf die wichtigen Dinge konzentrieren zu können, die Ungestörtheit am Arbeitsplatz, der Tageslichteinfall, Belüftung, Temperatur. Einen gewissen Stamm-Arbeitsplatz habe ich beschlagnahmt, an einzelnen Tagen habe ich ihn allerdings wechseln müssen, wenn kaum jemand krank ist, in Urlaub ist und wenn gleichzeitig ganz viele Teilzeitkräfte an ihren Plätzen sind. Eine Bereicherung ist jedenfalls der Blick aus unseren Fenstern auf das Siebengebirge. Die Landschaft aus Bürogebäuden wird überragt von Wellen von Berggipfeln, vom blauen Himmel und von kräftig gezeichneten Wolkenpaketen.

10. Oktober 2017

Keine Woche hatte es gedauert, dass sich ein Brand am Großraumcontainer wiederholte. Die genaue Stelle, wo die Flammen loderten, konnten wir vom Obergeschoss unseres Hauses beobachten. Das war neben der Lagerhalle eines Möbelhauses, wo Kleinmöbel und Kleinteile entsorgt wurden. Eine Anwohnerin hatte gesehen, dass ein Sessel in Flammen aufgegangen war und die Feuerwehr alarmiert. Sie vermutete Jugendliche als Brandstifter, die auf der Betonfläche neben der Lagerhalle häufig herum lungerten. Hatten sie aus Langeweile den Sessel angezündet ? Die Feuerwehr irrte etwas orientierungslos herum, das Martinshorn näherte sich und entfernte sich dann wieder, die Feuerwehr kurvte im Ort herum, bis sie auf das Möbellager am Ortsrand zusteuerte und den brennenden Sessel zielsicher löschte.

11. Oktober 2017

Sind die fast 40 Jahre Planungszeit für eine Umgehungsstraße in unserer Republik ein Rekord ? Ende September wurde die Umgehungsstraße für den Autoverkehr frei gegeben, der nun an den chronisch verstopften Ortskernen von Sieglar und Eschmar vorbei rollen kann und so manchen Anwohner von Lärm und Abgasen entlasten dürfte. 40 Jahre sind in der Tat ein extrem langer Zeitraum für ein Planfeststellungsverfahren, das bei diesen Troisdorfer Ortsteilen gleich doppelt durchlaufen werden musste, nachdem das erste Planfeststellungsverfahren für nichtig erklärt wurde, weil die Trasse zu dicht an Wohngebieten vorbei führte. Der Straßenneubau schließt nun das zweite Planfeststellungsverfahren ab, das 1995 begonnen wurde, nachdem das erste, 1980 eingeleitete Planfeststellungsverfahren, 1988 durch das zuständige Verwaltungsgericht für ungültig erklärt worden war. Der Neubau der Umgehungsstraße EL332 offenbart das Dilemma, in dem der Straßenbau steckt. In Ballungsräumen kann sich schnell Widerstand gegen Infrastrukturvorhaben formieren, bei dem alle Beteiligten gehört werden müssen. Gerichtsinstanzen können diese Vorhaben entweder blockieren oder mit extremer Zeitverzögerung abarbeiten. Während die Planer kaum noch handlungsfähig sind, ersticken die Anwohner im Verkehr. Indes steigt der Sanierungsbedarf an unseren Straßen, die Gelder sind knapp und reichen nicht aus, so dass sich solche Infrastrukturvorhaben immer weiter bis zum Sankt-Nimmerleinstag in die Zukunft verschieben.

12. Oktober 2017

Mein Selbstbild, mich als unpolitischer Mensch betrachten zu wollen, weil ich den täglichen Politikbetrieb nicht durchschaue, werde ich überdenken müssen. Es anderen zu überlassen, sich eine Meinung zu politischen Themen zu bilden, dagegen werden wir uns alle erheben müssen, nicht erst seit dem beängstigenden Wahlergebnis der AfD in der letzen Bundestagswahl. In unserer Zeit, die sich so nervös und zerrissen darstellt wie die Schmierereien auf der Lärmschutzwand, ist der Schriftzug der AfD auf der Substanz von Beton deutlich gezeichnet. So wirr und unkontrolliert, wie die Schmierereien daher gesprayed sind, dürften sich Ängste in den Köpfen der AfD-Wähler verinnerlicht haben. Und das Reflexionsvermögen der AfD-Wähler dürfte aus dieser Substanz von Beton bestehen, wenn völkische Parolen und eine völkische Gesinnung, die wir längst hinter uns gelassen glaubten, in der Politik eine Wiedergeburt erfahren sollen. „Das Holocaust-Mahnmal in Berlin ist ein „Mahnmal der Schande““, "wir haben das Recht, stolz zu sein auf die Leistungen deutscher Soldaten in zwei Weltkriegen", „die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoğuz (SPD), könne in Anatolien "entsorgt" werden“, welches Niveau des Verstandes ist am Werke gewesen, solche exemplarischen Aussagen von führenden AfD-Politikern für so richtig zu befinden, um diese Partei zu wählen ? Doch diese Positionen, die nicht allzu weit vom Gedankengut des Nationalsozialismus entfernt liegen, sind noch nicht alles. Dass alle Grenzen geschlossen werden sollen, dass die Zugehörigkeit zur Europäischen Union aufgelöst werden soll oder dass die Rolle der Frauen auf Haushaltsführung, Lebensschutz und Kindererziehung reduziert werden soll, das ist nicht weniger brisant. Gegen solche verschmierten Gesinnungen, deren Ideologien wie ein wirres Gespenst auf dieser Lärmschutzwand haften, werden wir uns alle erheben müssen.

13. Oktober 2017

Ein ungewöhnlicher Abschluss eines Arbeitstages. Nachdem ich aus dem Schnellbus ausgestiegen war, schlenderte ich auf einem gemächlichen Fußweg zum Café neben der Kirche. Schwiegervater und Ehefrau warteten, während mein Schwager an der Bastelstunde im Pfarrheim teilnahm, eine Bastelstunde, die die katholischen Frauen einmal im Monat organisierten. Das war in der Tat ungewöhnlich, dass ich das wohl tuende, wärmende Gefühl eines frisch aufgebrühten Kaffees nach der Arbeit genießen konnte, ungewöhnlich mit dem Blick auf die Dorfkirche, die dem christlichen Märtyerer Laurentius geweiht war, und ungewöhnlich, weil ich mich nur ein einziges Mal daran erinnern konnte, dass ich im Sommer bei einer Familienradtour hier Rast gemacht hatte. Das Café war gut frequentiert. Menschen bevölkerten das Café draußen und drinnen und ließen es sich gut gehen. Das Café hatte sich bereit gemacht für die Zeit des Oktobers, und zwar in der bayrischen Variante, das zeigte die Speisekarte. Leberkäse und Weißwurst konnte man verspeisen, und meine Ehefrau hatte auf die nicht-bayrische Art den Zwiebelkuchen getestet. Als wir das Café verließen, spürte ich, wie festlich sich das Café für den Oktober zurecht gemacht hatte. Weiß-blaue Fähnchen baumelten in den bayrischen Nationalfarben unter der Decke, ein schwerer Deckenleuchter lud ein für höhere Festlichkeiten.

14. Oktober 2017

Vom Rheinufer aus staune ich nicht schlecht, wie außergewöhnlich der Kirchenneubau aussieht. Die Kirche ist klein, etwas in sich zusammen gedrückt, nur wenig größer als eine Kapelle, und vor allem: sie ist komplett aus Holz gebaut. Das Gotteshaus sieht wirklich hübsch aus, und das Bauschild verrät, worum es hier geht: „Rumänische Orthodoxe Kirchengemeinde Hl. Stefan, Cassius und Florentius.“ Ich stelle fest: es gibt in Europa eine enorme Vielfalt der Kirchenarchitektur, so auch in Rumänien, das ich nur aus Reisebeschreibungen kenne. Ein wirklich schöner Blickfang am Rheinufer, der aus Spenden von orthodoxen Kirchengemeinden finanziert worden ist. Ähnlich aussehende Holzkirchen gehören in Rumänien zum Weltkulturerbe.

15. Oktober 2017

Chaotisch, planlos, unkoordiniert. So ergibt es sich oftmals, wenn irgendwelche Feierlichkeiten bei meinen Eltern anstehen. Dabei war der Anlass ein ganz besonderer: die Diamantene Hochzeit meiner Eltern. 60 Jahre Ehe, was für eine Hausnummer ! Wenn da nicht der etwas problematische Gesundheitszustand meines Vaters gewesen wäre. Ein Riesenbuffet für wenige Personen hatte mein Bruder geordert, dazu noch jede Menge Kuchen, und meiner Frau war dazwischen gekommen, dass sie bis 14 Uhr arbeiten musste. So hatten wir dann rund zwei Stunden bei meinen Eltern verweilt, davon hatten unsere Tochter und die Nichte, die zwei Jahre jünger war, fast bis zum Schluss gebraucht, bis sie gemeinsam zu spielen begonnen hatten. Und für das, was wir zu bereden hatten, war das Zeitkontingent naturgemäß viel zu kurz.

16. Oktober 2017

Tiefenpsychologie, Ahnenforschung, Vergangenheitsbewältigung. Nach längerer Zeit hatte ich mich mit unserer besten Freundin getroffen, die sich rar gemacht hatte, weil sie sich auf die spirituellen Pfade der christlichen Religion begeben hatte. Dabei bohrte sie ihre eigene Vergangenheit und diejenige ihrer Eltern auf. Dauernd unterwegs, tauchte sie so gerne in den Untiefen der Religion ab, wie ich mich in den eigenen Untiefen des Rheinland-Bloggers befasste, so dass die Zeit für gemeinsame Unternehmungen gegen Null gegangen war. Immerhin war es uns gelungen, uns im Hennefer Wirtshaus zu treffen. Bei super-schönem Spätherbstwetter ein idealer Treffpunkt. Von Bonn aus, war ich mit dem Rennrad durch das Siebengebirge über den stressigen Anstieg der Margarethenhöhe geradelt, die 8% Gefälle hinunter nach Ittenbach, die Abfahrt weiter hinab nach Oberpleis, dann wieder hinauf nach Pleiserhöhe, wo meine Digitalkamera den grandiosen Blick, durch das Rennrad hindurch, auf das Siebengebirge, eingefangen hatte; schließlich hinab nach Hennef, wo das Eingangsschild „Willkommen in Hennef“ die Abfahrt abgerundet hatte. Im Hennefer Wirtshaus erfrischten wir beide dann unsere durstigen Kehlen mit einem Oktoberfestbier.

17. Oktober 2017

Wie der zu Troisdorf gehörende Stadtteil Bergheim zu seinem Namen kam, ist aus dieser Perspektive einfach zu erkennen. Vom Rhein und von der Sieg aus kommend, steigt die Ortschaft merklich an und liegt auf einem Berg. Zwischen 1065 und 1075 in den Gründungsurkunden der Abtei Siegburg erwähnt, gehört Bergheim zu den ältesten Siedlungen im Stadtgebiet von Troisdorf. 1069 erhielt die Abtei das Recht, Zollgebühren für das Befahren der Sieg bei Bergheim zu erheben. Die Unterlagen der Abtei dokumentieren außerdem eine Reihe von Hofgründungen, so den Fronhof (1287), den Turmhof (1391), den Hammerhof (1422), den Drachenfelser Hof (1548) und den Junkershof (1664). Rechte am Fischfang in der Sieg, die über eintausend Jahre alt sind, sind in den Güterverzeichnissen des Adelheidisstiftes verbrieft. Die Lambertuskirche, im Jahre 1248 erbaut, wurde vermutlich auf dem Fundament einer Vorgängerkirche aus dem 8. oder 9. Jahrhundert errichtet und 1872 durch einen Neubau ersetzt. Von all dieser historischen Substanz ist ungefähr nichts bis gar nichts übrig geblieben. Nur der Name der Ortschaft ist heute noch selbst sprechend. In der morgendlichen Frühe, untermalt von einem Dunststreifen, steht die Häuserreihe am Ortsrand auf einem Berg.

18. Oktober 2017

Die Atmosphäre beruhigte im Wartezimmer, gestützt durch die Gewissheit, dass nichts Dramatisches anstand. Die letzten Male hatte ich gelitten unter meinen Zahnarztbesuchen, einen Zahn gezogen, eine Parodonthosebehandlung, die Einnahme von Antibiotika. Diesmal nur die turnusmäßige Zahnsteinentfernung, als Vorankündigung plätscherte leise Musik im Radio vor sich hin, die Zeitschriften unter der gläsernen Tischplatte waren sauber sortiert, blau-violette Orchideen entspannten den Leidensdruck. Die weit geöffneten Türen zum Balkon luden ein, die herbstlich eingefärbte Uferlandschaft des Rheins zu betrachten, die in der Morgenstimmung innehielt. Spaziergänger vereinzelten sich auf dem Fußweg hinter dem Damm, nicht einmal Hundebesitzer, die ihre Hunde auf ausgetretenen Pfaden zum Rhein ausführten, waren zu sehen. Diese phänomenale Morgenstimmung ließ mich durchatmen im Wartezimmer.

19. Oktober 2017

In Schüben setzt sich der Herbst durch, je nach Baumbeständen, die mal früher, mal später von ihrem Blattwerk loslassen. Momentan sind die Platanen an der Reihe, die Unmassen von ihren welken, gezackten Blättern verlieren. So sammelt sich auf dem Zugang zur U-Bahn-Station in Bonn-Ramersdorf ein wahrer Teppich aus vergilbten Farben. Ein behäbiges Stapfen durch die weiche Masse von Blättern, die unter den Füßen nachgibt. Gleichzeitig knirscht es auf dem Erdboden, und die herbstliche Vielfalt an kastanienbraunen, zartgelben und orangen Farben reicht weit über die Rasenfläche hinaus.

20. Oktober 2017

Herbstzeit, Spielezeit. Wir schätzen uns glücklich, dass die Aktivitäten der Messdiener vielfältig sind, so dass unsere Tochter in dieser Gruppe öfter etwas unternehmen kann. Diesmal hatten die Messdiener einen Spieleabend im Pfarrheim organisiert. Dabei hatten sie alle bekocht, was unsere Planungen für das Abendessen vereinfachte. Um 21 Uhr holte ich dann unser Mädchen wieder ab.

21. Oktober 2017

Ein etwas unkoordinierter Nachmittag, an dem alle gleichzeitig loslegen wollten. Bis 14 Uhr musste meine Frau arbeiten, mittags bekochte ich den Rest der Familie mit selbstgemachten Spätzle. Der Nachmittag erforderte ein stringentes Zeitmanagement, um die unterschiedlichen Aktionen auf die Reihe zu kriegen. Erste Aktion: da verreist, hatten uns zunächst Freunde in Godesberg gefragt, ob wir ihre beiden Katzen versorgen könnten. Zweite Aktion: um 18.30 Uhr musste unsere Tochter in der Abendmesse dienen. Dritte Aktion: unser Schwiegervater wollte abends mit uns essen gehen. Also fuhren Frau und Tochter gegen viertel nach vier zu den Katzen los, während ich die gepflückten Buschbohnen klein schnibbelte. Um 18 Uhr zurück gekehrt, fuhr ich unsere Tochter in die Abendmesse. Aus der Abendmesse zurück, gestaltete sich die Suche nach einem Restaurant aufwändiger als wir vermutet hatten. Die Alte Post war rappelvoll, eine geschlossene Gesellschaft, genauso die Gaststätte Zur Linde am Marktplatz. In Nikos Restaurant hatten wir Glück, als gerade eine Familie mit zwei kleinen Kindern bezahlte, während ansonsten alles besetzt war. Das Ende dieses zusammen geflickten Tages schmeckte schließlich lecker. Ich aß Moussaka, dessen viereckige Masse in der Auflaufform etwas mickrig aussah. Die einzelnen Schichten, Kartoffeln, Gehacktes, Auberginen, Eierschaum, hoben sich sauber und schön gleichmäßig voneinander ab. Dick aufeinander geschichtet, sättigte das Moussaka immens.

22. Oktober 2017

Das Bierglas mit dem flachen Rundkelch und dem Markenzeichen von Westmalle erinnert an Zeiten, als Ausflüge in die Niederlande oder nach Belgien häufiger vorkamen. 2003 auf einem Flohmarkt in Brügge gekauft, ergaben sich in den Folgejahren immer wieder Gelegenheiten, dass ich mir einen Vorrat an Trappistenbier – darunter die Biersorte Westmalle - zulegen konnte. Die Internetseite von Westmalle charakterisiert ihr Trappistenbier als „complexe smaak die gekenmerkt wordt door moutige en fruitige toetsen met een fris bittere finale“. Im Klartext: der Geschmack ist süffig, intensiv, fruchtig, komplex in den Geschmacksaromen mit einem hohen Erfrischungseffekt, den ich im Gegensatz zur niederländischen Wortwahl nicht als „bitter“ empfunden habe. Kurzum: ein gigantisches Geschmackserlebnis belgischer Braukunst, die die deutsche Braukunst mit solchen Bieren sogar übertrifft. Da es nun an Gelegenheiten mangelt, mich in den Niederlanden oder in Belgien mit Trappistenbieren zu versorgen, bin ich ersatzweise auf das deutsche Craft-Bier „Braufactum Soleya“ ausgewichen, das laut Etikett nach einem alten belgischen Bierstil gebraut worden ist. Das Geschmackserlebnis war nicht schlecht, der Geschmack des hefetrüben Bieres war würzig, intensiv, kräftig, ausgewogen, ein rundes Zusammenführen unterschiedlicher Geschmackskomponenten. Obschon dieses Craft-Bier nicht an die Qualität belgischer Trappistenbiere heran reichte, war es eine höchst interessante Geschmacksbereicherung.

23. Oktober 2017

Urlaub in der ersten Herbstferienwoche, von dem viel Zeit drauf ging für allerlei Fahrten und Besorgungen. Nach langer Zeit haben wir es nach Pflanzen Breuer in St. Augustin geschafft, wo mich die Auswahl an Pflanzen stets beeindruckte. In der herbstlichen Vegetation dominierten Heidegewächse, Chrysanthemen oder Gräser wie das Bonanzagras. Kürbisse durften natürlich auch nicht fehlen. Zu Hause angekommen, bepflanzten wir zwei Schalen neu als Grabbepflanzung.

24. Oktober 2017

Bei kaum einem Datum wird mir bewusster, wie schnell die Zeit voran schreitet, das ist das Weihnachtsfest. Der Markt und die Marktkommunikation ziehen die Weihnachtszeit ganz weit nach vorne, ab wann im Handel und in Supermärkten Weihnachtsartikel erhältlich sind. Regelmäßig liegt der Startschuss für die Weihnachtszeit Anfang September, somit dauert die Weihnachtszeit fast vier Monate. Diese Zeit vergeht nun rasend schnell. Heute sind es haargenau zwei Monate bis Weihnachten, das ist mir schmerzlich bei unseren Wocheneinkäufen bei REWE bewusst geworden. Der Weihnachtsmann erschlägt die Kunden mit seiner Überfülle. Das Angebot an Adventskalendern, Weihnachtspralinen, Weihnachtsmännern, Schneemännern oder Schokoladen in Weihnachtsbaumverpackungen ist überreich. Die zwei Monate bis Heiligabend werden in Windeseile verfliegen.

25. Oktober 2017

Es ist ein bißchen komisch, dass ich Halloween nur im Umfeld von Geschäft und Kommerz wahrnehme. Bei Takko waren es heute Bekleidungsangebote, bei HIT waren es allerlei gruselige Totenmasken und Verkleidungen und bei dm Schminkutensilien, mit denen man sich selbst solche Totenmasken auf die Haut aufmalen konnte, deren Schminktechniken man sich dann auf Youtube in Make-Up-Tutorials ansehen konnte. Inhalte und Traditionen von Halloween sollte man allenfalls auf irgend welchen Parties erleben können. Die Tradition von Halloween ist in der Tat ziemlich weit her geholt. Vor Jahrtausenden kannten die Kelten einen Brauch, dass die Toten auf die Erde zurückkommen würden, um ihre Verwandten zu besuchen. Mit Lichtern wiesen sie den Geistern der Verstorbenen den Weg. Im Mittelalter wandelten die Iren den Brauch dann ab und verkleideten sich mit grausigen Masken, um die Geister abzuschrecken. 837, als Papst Gregor IV. Allerheiligen zum Festtag der Heiligen bestimmt hatte, legten die Iren das Totengedenken auf den Vorabend von Allerheiligen – anders als im übrigen christlichen Europa, wo das Totengedenken (Allerseelen) auf den 2. November fällt. Auf Englisch nannten die Iren dieses Totenfest „All Hallows Evening", woraus dann „Halloween“ wurde. Irische Auswanderer brachten das Fest im 19. Jahrhundert in die USA und Kanada. Dort wurde es auch zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor - und kehrte zeitversetzt mit all seinen Zügen der Kommerzialisierung zu uns nach Europa zurück.

26. Oktober 2017

Große Ereignisse haben sich angekündigt – beziehungsweise sind bereits eingetreten. Dem morgigen Datum fiebern wir heftig entgegen. Letzten Dienstag haben wir dem Tierheim Troisdorf einen Besuch abgestattet, mit dem Ergebnis, dass wir uns zwei Katzen ausgesucht haben. Genauer gesagt, sind es zwei Kater, beide getigert wie unsere verstorbene Alia. Die beiden Kater können wir Morgen um 14 Uhr dort abholen. Im Futternapf im Nachbarort haben wir uns heute mit dem nötigen Kleinbedarf eingedeckt, dass die beiden Vierbeiner sich bei uns wohlfühlen können: Katzentoilette, Katzenstreu, Nassfutter, Trockenfutter, ein Kratzbaum wird in den nächsten Tagen geliefert, vieles haben wir noch von unseren verstorbenen Katzen Joey und Alia. Einen kurzen Schnappschuss haben wir von Rambo, über dessen Namen wir noch nach grübeln, im Tierheim gemacht. Oskar, der andere Kater, war indes vor der Digitalkamera nach draußen geflohen. Ein weiteres Festdatum, das sich nähert, ist der 6. November. Am Samstag darauf werden wir den 50. Geburtstag des Schwagers bei uns zu Hause feiern. Dazu haben wir uns heute beim Dänischen Bettenlager kleine Wichtel und weitere Tischdekorationen beschafft. Schließlich sind unsere Nachbarn Großeltern geworden. Für diesen festlichen Anlass hatten wir bereits in unserem Urlaub in Freiburg einen großen Stoff-Igel gekauft. Als Geschenk für den neuen Erdenbürger wollten wir ihn in einen Luftballon einpacken lassen, doch dazu wäre die Öffnung des Luftballons für den großen Igel zu klein, das meinte das Schreibwarengeschäft im Ranzeler Industriegebiet. Der Igel müsse abnehmen. Also hat meine Frau selbst Hand angelegt, das Igel-Geschenk in Zellofanpapier einzupacken.

27.Oktober 2017

Das sind unsere beiden Prachtexemplare von Katzen - oder besser - Kater, Oskar und Rambo, die wir aus dem Tierheim in Troisdorf abgeholt haben. Sie haben angefangen, sich in unserem Haus einzuleben, sie schnuppern hier, schnuppern da, finden ihre Kuschelecken und lassen sich fleißig von uns streicheln. Sie finden sich zurecht, erkunden die Winkel und Ecken in unserem Haus, tasten sich über die Treppen in die einzelnen Etagen vor und beginnen, sich wohl zu fühlen. Willkommen bei uns zu Hause !

28. Oktober 2017

Dass Bonn an Rang und Namen und Bedeutung verloren hat, davon ist in diesen Tagen wenig zu spüren. Die Stadt liegt in den letzten Atemzügen vor der Weltklimakonferenz, die vom 6. bis zum 17. November statt findet. Bereits im Vorfeld herrscht jede Menge Hektik und Betriebsamkeit, so in der Rheinaue, wo eine komplette Zeltstadt aus dem Boden gestampft worden ist. In der Zeltstadt fassen Messeräume, Konferenzsäle, Presseräume und auch eine Kantine Platz, und Gebäudetechnik und Equipment erhalten den letzten Schliff. Wenn sich 25.000 Teilnehmer aus der ganzen Welt einfinden werden, wird der Stadt wieder der Glanz der alten Bundeshauptstadt eingehaucht werden. In diesen Tagen ist die Rheinaue ebenso der Schauplatz für die weltweit größte Nachbildung der Erdkugel, dem Climate Planet, in dessen Inneren man während der Weltklimakonferenz eine interaktive Ausstellung zum Thema Klima besuchen kann.

29. Oktober 2017

Bis wir zwei im Kino im Film „Fack ju Göte 3“ saßen, mussten wir diverse Holprigkeiten der Abstimmung überstehen. Weil Mama zu Hause bleiben wollte, war es bei der Tochter Aus mit der Lust aufs Kino, und es kostete sie einiges an Überredungskunst, dass ich mich alleine mit unserer Tochter auf den Weg ins Kino machte. In dem Film, dessen Handlung Sinn und Verstand hatte, lernte ich, dass ich die Höhepunkte des Filmgenres regelrecht verschlafen hatte. Prägende Schauspieler wie Jella Haase, Max von der Groeben oder Elyas M’Barek, die wirklich gut waren, sah ich das allererste Mal und mit ihren Namen hätte ich davor überhaupt nichts anfangen können. Katja Riemann als Direktorin oder das Urgestein Uschi Glas als Lehrerin kamen mir da wesentlich vertrauter vor. Eine spritzige und mit allerlei Witzen durchsetzte Komödie, dessen Botschaft der Glaube war. Dass es in unserer Gesellschaft mangelt, an sich selbst zu glauben, und dass auch andere an die Fähigkeiten ihrer Mitmenschen glauben müssen. Der Glaube versetzte schließlich Berge, als eine Chaosklasse, die ihr Leistungspotenzial verweigerte, ihren Weg zu Intelligenz, Wissen und einer mit Bravour bestandenen Abiturprüfung fand.

30. Oktober 2017

Das Profil des Hinterrades war abgefahren, beim Wechsel des Mantels habe ich mich ungeschickt angestellt, die Schaltung am rechten Lenker drückte sich zum Teil ganz durch, die Bremse am linken Lenker hatte ein bißchen Spiel – all diese Verschleißerscheinungen habe ich genutzt, mein Scott-Rennrad bei Fahrrad Hübel in Oberkassel durch checken zu lassen. Schließlich bin ich, seitdem ich das Rennrad im Februar diesen Jahres gekauft habe, regelmäßig damit ins Büro gefahren, das macht rund viertausend gefahrene Kilometer. Das Rennrad läuft nun wie geschmiert, das Fahrgefühl ist wunderbar und ich freue mich – trotz der dunklen Jahreszeit – auf diejenigen Tage, an denen ich damit ins Büro fahren werde. Im nächsten Frühjahr darf ich zu einem neuen Fahrradcheck nach Fahrrad Hübel. Kette und Innenlager laufen noch, sie sind aber an der Verschleißgrenze und sollten dann erneuert werden.

31. Oktober 2017

Ein etwas vertändelter geschenkter Feiertag. Lange schlafen, frühstücken mit einer Reihe von Tassen Kaffee, viel sitzen, fernsehen, lange Zubereitungszeit für das Mittagessen. Zwischendurch raffte ich mich als Katholik auf, eine Stunde lang draußen Gartenarbeit an einem evangelischen Feiertag zu erledigen. Im Fernsehen lauschte ich den Reden von Politikern und Kirchenvertretern zum 500. Jahrestag der Reformation, diesem geschichtsträchtigen Ereignis, dem ich als Katholik trotz meines starken Interesses an Geschichte wenig Aufmerksamkeit schenkte. Trotz der Flut von Büchern und Publikationen hatte ich ungefähr nichts über Luther und die Reformation gelesen. Die Reden, die vieles über Freiheit, Zivilcourage und Toleranz äußerten, klangen klug und gescheit. Ich lauschte den Analysen von Historikern, dass kein anderes geschichtliches Ereignis hat im Übergang vom Mittelalter in die Neuzeit so viel bewegt hat. Das Abendprogramm mit all den Reformations-Gala-Sendungen zappten wir weg, anstatt dessen ließen wir uns von einer James Bond-DVD berieseln. Basketball und Luther: eine Reformations-Gala fand im Telekom Dome statt, eine Mehrzweckhalle, in der die Telekom Baskets ihre Basketballspiele austragen.

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