frohes neues Jahr 2017 !

Wer hätte vor wenigen Jahren zu träumen gewagt, dass wir Silvester nur noch in einer Hochsicherheitszone feiern können ? Zumindest in Großstädten. Aus und vorbei. Die leichten und unbeschwerten Zeiten hat die letzte Kölner Silvesternacht mit einem Mal weggewischt. Viele Großstädte haben aufgerüstet. In Köln müssen es Tausendschaften von Polizisten gewesen sein, die die Domplatte in einen Belagerungszustand versetzt haben. Wer hätte jemals zu träumen gewagt, dass wir den Hauptbahnhof hermetisch abriegeln und kontrollieren müssen, um an dem beschwingenden Gefühl des Feierns teilhaben zu können, ohne von Gewalt, Diebstahl, Verbrechen oder Sexualstraftaten bedroht zu sein. Das war aber nicht nur in Köln so. Auch in Städten wie Koblenz, die man nicht gerade als Brennpunkt von ausschweifender Gewalt vermutet, verdoppelten die Verantwortlichen die Polizeipräsenz in der Silvesternacht, um der Bevölkerung ein sichtbares Gefühl von Sicherheit zu geben, das berichtete der Radiosender SWR1.

Soweit ist es nun gekommen. Überall blieb es ruhig in der Silvesternacht, auch bei uns zu Hause. Wir bevorzugen ohnehin die etwas besinnlichere Form des Feierns. Eine lockere und offenherzige Besinnlichkeit in der Silvesternacht ergab sich in unserem Hause automatisch, da der Kreis der feiernden Personen in diesem Jahr stark geschrumpft war.

Viele Jahre hintereinander hatten wir mit über zehn Personen gefeiert. Zwei mal zwei sehr gute Freunde feierten bei uns, jeweils ein Pärchen, von einem Pärchen war der Sohn noch dabei, eine alleinerziehende Freundin, die mit den beiden Pärchen befreundet war, Schwiegervater, Schwager, eigene Kinder.

Einmal ein Pärchen haben es seit Jahren vorgezogen, über den Jahreswechsel ins Kloster zu gehen. Seitdem haben wir uns entfremdet. Gott scheint wohl kein allzu glückliches Händchen zu haben, Kontakte aufrecht zu erhalten. Anstatt dessen betont Gott lieber auseinanderlaufende Sichtweisen und eine einsilbige Kommunikation, die vorzugsweise per e-Mail geschieht. Allzu viel scheinen wir uns nach jahrzehntelanger Freundschaft nicht mehr zu sagen zu haben.

Das zweite Pärchen steckte mitten im Umzugsstress. Der Sohn des zweiten Pärchens feiert mittlerweile mit seiner Freundin. Der rechte Fuß unseres Schwiegervaters schmerzte so sehr, dass er zu Hause bleiben musste. Aus unserem Freundeskreis ist uns die Alleinerziehende treu geblieben, und selbst mit der geschrumpften Personenzahl von sechs war unsere Silvesterfeier immer noch schön, sehr schön sogar.

Unsere Tradition haben wir aufleben lassen, dass wir ins Kino gegangen sind, diesmal nach Troisdorf, und diesmal mit unserer kleinen Tochter und unserem Sohn. Im Star Wars-Film „Rogue One“ sind uns die Raumschiffe um die Ohren geflogen, was das Zeug hält.

Als wir nach Hause kamen, wirkten noch die Eindrücke nach, wie ein Sternenzerstörer das Imperium des Todessterns vernichtet hatte. Dort ließen wir uns den Nudelsalat mit Fleischspießen und jede Menge Bockwürstchen und Brühwürstchen schmecken. Da die Alleinerziehende uns seit Juli nicht mehr gesehen hatte, hatte wir uns dementsprechend viel zu erzählen. Umzug, Reduzierung der Wochenarbeitszeit, Wehwehchen, viel Fahrradfahren. Die Märchenwelt des Ogers Shrek flackerte auf unserem Fernseher mit seiner Prinzessin Fiona. Als die Uhrzeiger sich auf die 12 Uhr-Zeitenwende zu bewegte, huschte die Stimmungsmusik auf dem Fernseher an uns vorbei, die Jörg Pilawa zusammen gemischt hatte. „Rucki Zucki“, „ein bißchen Spaß muss sein“, „Life is Live“: ein Programm, welches wir außer an Silvester niemals einzuschalten wagen.

Jörg Pilawa war sogar zu weisen Sprüchen fähig. Zwei Minuten vor 12 warf er den Spruch in die Polonaise tanzende Menge hinein: „Wir freuen uns auf das, was in 2017 kommen wird.“ Ein Spruch, der in zunehmend unsicheren Zeiten schwierig und problembehaftet ist.

Der 2016er-Kreislauf von der Kölner Silvesternacht zum Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt schien durchbrochen. Ich war zuversichtlich, dass die Polizeipräsenz in dieser Silvesternacht in Köln und anderen Städten gut aufgestellt war. Und mir war klar, dass Optimismus ein seltener gewordenes und wichtiges Gut ist, das es zu bewahren gilt. Der Mensch geht nicht mit der Absicht an die Dinge heran, dass diese schieflaufen werden, gestört oder zerstört werden. Oder dass der Mensch in Abgründe hinab stürzt. Die Dinge sollen gelingen und Spaß machen. Der helle Klang der aneinander stoßenden Sektgläser war schön, sehr schön, wie wir es von den Vorjahren kannten. Wir werden uns noch so manches vornehmen für das neue Jahr.

Frohes neues Jahr 2017 !

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