Wochenrückblick #16/2016

18. April 2016

Ob es Kunst ist, darüber kann man trefflich streiten. An manchen Stellen läßt die Stadt bewusst Flächen zu, auf denen Graffitis gesprüht, gemalt und gestaltet werden können. Wie zum Beispiel an Stromverteilkästen der Stadtwerke. An anderen Stellen, vor allem dort, wo sich lieblose Flächen von Beton erstrecken, kann man es nachvollziehen, dass Sprayer versuchen, der Einöde durch Graffitis Farbe zu verleihen. Doch dies ist nicht nur Sachbeschädigung, sondern auch strafbar. Ein Kürzel, quasi wie eine Signatur, wiederholt sich mittlerweile im Stadtgebiet: 110. Man kann freilich auch eine Grundsatzdiskussion führen, ob es Kunst ist oder Sachbeschädigung. An unserem privaten Eigentum könnte ich jedenfalls gut auf eine solche Sprayerei verzichten. Die 110-Sprayer sind mittlerweile im Stadtgebiet so häufig vertreten, dass sie zu einer Bande geworden sind. Sie sind nachtaktiv und vollführen unter Umstände halsbrecherische Kletteraktionen, um zu ihren Spraywänden zu gelangen. Das sind Fälle für die Polizei und die Staatsanwaltschaft. Die Aufklärungsquote ist indes gering und liegt bei knapp zehn Prozent.

19. April 2016

„Never change a running system“, dazu hatten mir Arbeitskollegen geraten, als es um Rechnertausche, Softwareupdates oder technische Plattformen ging. Jeder technische Wechsel bringt Probleme mit sich – sei es kurzzeitig oder auch mit äußerst langen Anlaufschwierigkeiten. Meine Digitalkamera hatte ihren Geist aufgegeben. Ich konnte machen, was ich wollte: das Objektiv bewegte sich nicht mehr aus der Kamera heraus. Ich besitze eine Nikon im unteren Preissegment. Fotos, Schärfe, Handhabung, Qualität sind klasse, da kann ich nicht meckern. Nicht zufrieden bin ich hingegen mit der Lebensdauer, die bei meiner vorherigen Nikon etwas mehr als ein Jahr betragen hat, bei meiner aktuellen Nikon drei Jahre, was meinen Vorstellungen einer technischen Lebensdauer viel zu kurzlebig vorkommt. Also wechselte ich diesmal die Marke, von Nikon nach Canon. Für stolze 159 € erwarb ich die Canon SX610 HS bei Expert. Beim Auspacken meiner funkelnagelneuen Digitalkamera begann das Malheur: das USB-Kabel zur Überspielung auf dem Rechner fehlte. Meine vorhandenen Kabel meines Smartphones sowie von der Nikon-Digitalkamera passten jedenfalls nicht in die Buchse hinein. Anstatt dessen rühmte sich die Canon-Digitalkamera damit, Fotos drahtlos per WLAN auf den Rechner übertragen zu können. Mir gelang es sogar, mich zu den Menüs der WLAN-Adresse durch zu wursteln, ich konnte auch die Ziffernfolge des WPA-Schlüssels eingeben. Aber nicht bestätigen. Keine Entertaste oder Bestätigungstaste. Ich murkste an allen möglichen Tasten herum, doch ich bekam den WPA-Schlüssel einfach nicht in das Gerät hinein gequetscht. Bei der Taste „Func-Set“, die die Bedienungsanleitung angegeben hatte, tat sich nichts. Einige Wochen später, schaffte ich es nach Expert. Dort fragte ich nach diesem USB-Kabel nach, welches bei meiner alten Nikon-Kamera absolut zuverlässig die Fotos auf meinen Rechner übertragen hatte. Sie hätten etwas viel besseres und günstigeres, nämlich einen Speicherkartenleser. Den kaufte ich dann für drei Euro irgendetwas. Das klappte dann auch, allerdings fand ich das Herausklamüsern und Wiedereinsetzen der Speicherkarte in genau der richtigen Position einiges mühseliger als das Hineinstecken des USB-Kabels in die Anschlussbuchse. Mal sehen. Vielleicht kriege ich irgendwann die „Func-Set“ Taste geknackt, um den WPA-Schlüssel zu bestätigen. Oder vielleicht gibt es doch irgendwo die guten alten USB-Kabel genau für meinen Kameratypen SX610 HS der Marke Canon.

20. April 2016

Harry Potter in Bonn ? In den Harry Potter-Büchern wird ein Zaubereiministerium beschrieben, welches unterirdisch gelegen ist und nur magisches Tageslicht hat. Über der Erde ist lediglich der gut getarnte Besuchereingang zu sehen: Eine kaputte Telefonzelle mitten in einer heruntergekommenen Ecke des Zentrums von London. Auf der Wähltastatur des Telefonapparates muss die Nummer 62443 eingegeben werden, also die Ziffern, die das Wort "Magie" ergeben. Eine amtliche Frauenstimme ertönt dann aus dem Nichts und erteilt einige Belehrungen. Danach sinken die Besucher mit samt dem Boden jener Telefonzelle unter die Erde und kommen etwa eine Minute später mit diesem seltsamen Lift in der Eingangshalle des Ministeriumsgebäudes an. Nun, im Stadttteil Graurheindorf habe ich zuletzt festgestellt, dass es kein Zaubereiministerium gibt, aber ein Amt für Magische Wesen. Dazu zählen wohl auch Zauberer ? Also doch ein Zaubereiministerium ? Mit ebenerdigem Eingang und nichts mit einer kaputten Telefonzelle ? Schaut man tiefer hinein, so hat das Bundesamt für magische Wesen nicht ganz so viel mit Harry Potter zu tun. Viel Fantasy umgeben die magischen Wesen, zudem hat sich der Bundesadler in einen Bundesdrachen verwandelt. Eine Vereinigung von einhundertdreißig Fantasy-Autoren steckt dahinter, die von hier aus ein Netzwerk bilden. Wenn zwischen Fantasy-Literatur und magischen Wesen noch Schnittmengen denkbar sind, so entfällt dies bei der Imkerei, denn Bienen haben in Hogwarts noch nicht das Zaubern gelernt. Der Chef des Bundesamtes für magische Wesen ist nämlich Imker. Und auf dem Stand des Bundesamtes für magische Wesen kann man auf dem Bonner Weihnachtsmarkt Honig kaufen.

21. April 2016

Das schöne Wetter hat heute jede Masse Volk ins Freie gelockt. Am Rhein war es voll, Spaziergänger, Sonnenanbeter, Fahrradfahrer, Frühlingsgenießer. Am Pavillon an der Fähre saßen die Menschen im Freien, ließen sich von lauen Frühlingswind umschwärmen, die Tische waren allesamt belegt, sie aßen Eis, Kuchen, tranken Kaffee. Die Kinder zog es an das Rheinufer: Enten füttern, gierig schnappten sie nach den daher geworfenen Brotkrümeln, Schwäne stolzierten nebenher. Eine entspannte Stimmung bei dem Super-Wetter. Die Autofähre sonnte sich mitten auf dem Rhein. Der Blick auf das gegenüberliegende Rheinufer hatte etwas lässiges, zeitloses, ungezwungenes, lockeres.

22. April 2016

Der Tod von so manchen Rock- und auch Pop-Stars war oftmals mysteriös, das Ergebnis einer zerrissenen Persönlichkeit, ein ständiger Wahn, berühmt zu sein und im Rampenlicht stehen zu müssen, Exzesse, die in einem dauerhaften Rauschzustand geendet waren, oder, wie es die Rockgruppe Jethro Tull in ihrem 1976er-Album etwas sanfter formuliert hatte: „Too old to Rock’n’Roll and too young to die“. Längst beerdigt sind all die Jim Morrisons, Janis Joplins oder Jimi Hendrixes nach ihren Drogenexzessen. Curt Cobain, Michael Jackson, Whitney Houston, Amy Winehouse: Ruhm, Ehre und hohe Plattenverkäufe könnten ein Risikopotenzial darstellen, dass Stars des Rock und Pop anfälliger sind für unnatürliche Todesursachen im Vergleich zum Otto-Normal-Verbraucher. Bei Prince, verstorben im Alter von 57 Jahren, ist der Fall nicht so eindeutig. Tod im Aufzug. Sein Tod gibt allerlei Anlass zur Spekulation. Drogen, Selbstmord oder Mord durch einen Dritten können aber wohl ausgeschlossen werden. Prince hatte ein Hüftleiden, gegen welches er Schmerzmittel nahm. Bis die Ergebnisse aus der Obduktion vorliegen, wird wohl noch ein Monat vergehen. Bis dahin darf weiter spekuliert werden.

23. April 2016

Glänzender Auftritt im Brückenforum in Bonn-Beuel ! Marc Metzger, im Kölner Karneval bekannt geworden als der „Blötschkopp“, hat längst umgesattelt auf ganzjährige Comedy – ganz im Trend von anderen Karnevalisten wie Guido Cantz, Bernd Stelter oder Jürgen Hausmann. Marc Metzger überraschte diesmal nicht mit Reden, bei denen man sich vor Lachen krümmen konnte, sondern mit selbst gemachter Musik. „Krätzche“, so nannte er seine selbst getexteten Lieder, der er im Stile eines Liedermachers sang, das meiste in rheinischer Mundart, so dass er diejenigen Zuhörer mit Übersetzungsschwierigkeiten auf das Internet verwies. Er habe Säle schon einmal leer gesungen, das meinte er, doch das konnte allenfalls ironisch gemeint sein. Er, mit seinen „Gesellen“, so wie er seine sieben Musiker nannte, erzählte mit unglaublich viel Witz, wie die Anstöße zu seinen Texten entstanden waren. So wuchs eine irrwitzige Kombination von tiefgründigen Texten und Humor, Witz, Komik und so mancherlei knallenden Lachern, die aus dem Fundus seiner Büttenreden hätten stammen können. Mit Karneval als Thema hatte sein Konzert wenig zu tun, wenngleich vieles um Köln und die rheinische Lebensart kreiste. Die Variationen waren in den musikalischen Stilrichtungen enorm: während der Gitarrist sein Gitarrenriff von „Smoke on the Water“ noch abbrach und wechselte, gingen die Stilrichtungen ab von Reggae über Blues bis hin zu Irischer Folkmusik. Die Band kopierte ein Stück von Hannes Wader, Karnevals-Stimmungs-Musik fehlte mit dem Stück „ich bin ‘ne Kölsche Jung“ nicht ganz, Pauke und Becken verpassten einem Stück den Rahmen eines Schützenfestes. Bei jedem Stück ging es hoch her. Einfälle und Variationen trieben Marc Metzger und seine Band zu Höchstleistungen. Ein unvergessliches Erlebnis !

24. April 2016

Fotografieausstellung im Alten Turm in Niederkassel-Lülsdorf. Ein schönes Ambiente in dem Turm, der in Teilen noch aus dem 13. Jahrhundert stammt. Auf vier Ebenen wurde ausgestellt, in den einzelnen Ausstellungsräumen schaffen die Wände mit dem rostbraunen Ziegelmauerwerk einen harmonischen Rahmen. Kleinere Ausstellungen von Künstlern aus dem näheren Umkreis habe ich bislang kaum besucht. Der Einfall dieser Ausstellung war genial: Orte, Plätze, Städte aus einem Weitwinkelobjektiv in einem 360 Grad-Blick fotografieren. Ein Fotograf in unserer Stadt hatte genau diesen Einfall. Die Mitte der Motive füllte eine Kugel aus, eine Art von Weltkugel, um die sich dann der 360-Grad-Blick von einem definierten Punkt aus herum scharte. Die Ausstellung begann in deutschen Städten, Köln, Berlin, Hamburg, Koblenz, aber auch in kleineren Städten wie Bad Neustadt an der Saale, Mühlhausen in Thüringen oder Jägersburg im Saarland. Spannend waren die Fotografien im eigenen Stadtgebiet, die Blicke waren ungewöhnlich, an der Rheinfähre, auf dem Marktplatz in unserem Ort, auf dem Parkplatz des Supermarktes im Einkaufszentrum, alles mit dieser Kugel als ruhenden Punkt mittendrin. Die neuen Sichtweisen des Gewohnten und Bekannten beflügelten mich.

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