Wochenrückblick #51

Star Wars

Die Zeiten sind vorbei, dass wir halbwegs regelmäßige Kinogänger waren. Das war, als unser kleines Mädchen noch im Säuglingsalter war. Einen Bodensatz von Unternehmungen hatten wir für wichtig gehalten – dazu gehörten Kinobesuche mit unserem Sohnemann, der damals von der Grundschule auf die Hauptschule gewechselt war. Asterix bei den Wikingern, Lissi und der wilde Kaiser, Godzilla, Mr. Bean, Garfield, Robots, von Action über Zeichentrick-Filme war so manches dabei, was wir uns in Kinosälen ansahen. Und die Episode II von Star Wars – die Rache des Sith. Die Trologien erstrecken sich nun über Generationen. Ich selbst war eigentlich 1977 mit Star Wars groß geworden, hatte aber all die Raumschiffe, die Materialschlachten im Universum, die Kämpfe zwischen Gut und Böse, das Heldendasein eines Anakin Skywalker, die schrullige Figur eines R2 D2 und den Beleg, dass die Macht eine dunkle Seite haben kann, nie so richtig wahrgenommen. Dass der Regisseur Lukacs Mythen und Geschichte aufgreift, ist mir erst einige Jahrzehnte später bewusst geworden. High-Tech vom Feinsten, Flüge durch Galaxien, das Gute kämpft gegen die dunkle Seite der Macht. Anakin Skywalker ringt mit Darth Vader, der, von Kopf bis Fuß in schwarz verschleiert, Furcht einflößt. Dazwischen kämpfen Jedi-Ritter mit Schwerten als Laserstrahl, und Meister Joda sinniert mit weisen Sprüchen, als sei er selbst Ursprung der letzten Dinge. Nun ist Star Wars-Film Nummer sieben in die Kinos gekommen. Die Besucherzahlen waren wohl gigantisch. Der Trailer macht Lust auf den Film. Mal sehen, ob wir es, mit LEGO-Star-Wars vorbelastet, in den Film schaffen. Star Wars ist im Alltag zurzeit ohnehin nicht zu übersehen. Das spüren wir, vor allem, beim Einkaufen. Pro zehn Euro Einkauf bei REWE oder bei HIT gab es bis letzter Woche Sammelkarten an der Kasse. Weil wir so viel gesammelt haben, haben wir gleich ein Sammelalbum dazu gekauft. Im Handel herrscht ohnehin eine Star-Wars-Euphorie. Becher, Tassen, T-Shirts, ja, bei C&A habe ich sogar auf Unterwäsche Star-Wars-Bilder gesehen

Chemische Industrie

Mit der chemischen Industrie auf Tuchfühlung zu leben, daran werde ich mich wohl nie gewöhnen können. Nicht nur, dass solche Industrieanlagen besonders unästhetisch aussehen – das Wort scheußlich möchte ich vermeiden. Fabriken als Stätten der Produktion haben den Platzbedarf von Hallen, breit, hoch, klotzig, wo Maschinen sich ausbreiten müssen, Fließbänder rollen müssen und LKWs Rohstoffe und Vorprodukte an Werkstore karren müssen. Die Größenordnungen können, gerade bezogen auf die chemische Industrie, Besorgnis erregen. So waren vor rund 2 Jahren lockere eine Millionen Liter Kerosin in der Ölraffinerie in Köln-Godorf im Boden versickert. Anderthalb Jahre ist es her, dass aus einem Leck der fünf Kilometer entfernten Evonik-Werke Chlorgas in die Atmosphäre entweichen konnte. Verletzte, gar Tote, gab es nicht, dazu hatte die Werksfeuerwehr den Unfall ein paar Stunden später im Griff, gottseidank. Eine 31-jährige Baden-Württembergerin will nun den Bayer-Werken in Leverkusen an den Kragen. Sie verhütete mit der Anti-Baby-Pille Yasminelle. Sie bekam eine Thrombose, darauf folgte eine Lungenembolie. Beinahe starb sie, als ihr Herz still stand, nur eine Notoperation konnte sie retten. Der Beipackzettel hatte auf mögliche Nebenwirkungen einer Lungenembolie hingewiesen, aber nur bei Risikopatienten mit Übergewicht oder Diabetes. Solche Fälle sind nicht neu. 1,9 Milliarden Dollar, bei solchen Größenordnungen wird einem schwindlig, haben betroffene Frauen in den USA bereits erstritten. Bayer betont, dass es eine außergerichtliche Einigung war. Die 31-jährige Baden-Württembergerin will Bayer nun an den Kragen, nicht außergerichtlich, sondern gerichtlich. Außergerichtlich hatte Bayer bereits Einigung signalisiert. Die Baden-Württembergerin habe Folgeschäden und könne keine Kinder mehr bekommen. In Frankreich, der Schweiz und in Kanada haben weitere Frauen Klage gegen Bayer erhoben. Es könnte sich das ganz große Rad von Schadensersatzforderungen drehen, die den Konzern in eine bilanzielle Schieflage bringen könnten. Der gerichtliche Beweis wird sich aber schwierig gestalten. Juristen werden die Formulierungen des Beipackzettels genau auseinander piddeln müssen. Solche Formulierungen sind eine Übung der Wortkunst. Einerseits möglichst global, pauschal, diffus und unbestimmt Risiken benennen, die auf alle Fälle zutreffen sollen. Andererseits den Anspruch aufrechterhalten, dass so gründlich zu forschen und zu testen ist, dass die Nebenwirkungen möglichst präzise benannt worden sind.

Viktoria-Karree

Obschon ich mit meiner persönlichen Meinung Einkaufszentren eher abneigend gegenüber stehe, verstehe ich die Aufregung. In der vorletzten Woche entschied sich der Bonner Stadtrat gegen das Einkaufszentrum „Viktoriakarree“, das innenstadtnah hinter dem historischen Rathaus hätte entstehen sollen. „Debakel“, „die Chance ist vertan“, „in der Innenstadt fehlen großflächige Flächen“ oder „Billigläden werden sich ausbreiten“, die Reaktion auf das Aus des Einkaufszentrums waren vielfältig, die den Anschein erwecken sollten, dass Bonn als Einkaufsstadt viel zu schlecht aufgestellt ist. Es war geplant, das Viereck zwischen dem alten Viktoriabad, dem Rathaus und der Universität platt zu walzen und eine schicke Shopping Mall zu bauen. Gewiss, die Gebäude sind in dem etwas platten Stil der 1950er Jahre entstanden. Die Ladenlokale sind kleinteilig: Kopierladen, Bio-Supermarkt, Schuhladen, Kneipen, Cafés, Stadtmuseum, mit genau diesem Argument waren die Gegner der geplanten Shopping Mall auf die Straße gegangen, dass kleine Geschäfte schließen müssen und dass Konsum letztlich nur verschoben wird. Städtische Immobilien waren zu verkaufen, so dass ein Ratsbeschluss eingeholt werden musste. Das Nein zum Einkaufszentrum, das mit 42 zu 41 Stimmen denkbar knapp ausfiel, zeigt vor allem, dass die Verfahren der Bürgerbeteiligung eher suboptimal funktionieren. Im Juni hatte der Stadtrat dem Investor den Zuschlag erteilt. Es hatte eine Bürgerinformation gegeben, das war vorher im April, bevor das schlussendliche Konzept des Investors erstellt worden war. Als der Investor Immobilien in dem Karree aufgekauft hatte und die Pläne konkreter wurden, mobilisierte sich die Bürgerinitiative. Die Pläne seien zwischen Stadt und Investor ausgekungelt worden, ohne die Bürger zu informieren, so hieß es. Mitglieder im Stadtrat schlossen sich der Meinung der Bürgerinitiative an, so dass die Ablehnung zustande kam.

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