Wochenrückblick #47

Um auf kleinere Ereignisse in kürzerer Form eingehen zu können, führe ich den Wochenrückblick wieder ein, den ich bis 2012 regelmäßig verfasst habe. Ich möchte so die verfließende Zeit im Alltag bewusster wahrnehmen, indem ich dokumentiere, was ich selbst oder andere erlebt haben , was ich gelesen habe, was ich in den Massenmedien gesehen habe, wie dies alles zu bewerten ist und welche Denkanstöße daraus resultieren. Im Gegensatz zu meinen übrigen Posts werde ich die Wochenrückblicke in Tagebuchform beschreiben, deren Themen eine Mischung des zufällig Geschehenen darstellen werden.

Terroranschläge in Paris

Über die Terroranschläge wird momentan so viel gesagt, dass ich mich lieber zurückhalten möchte. Wenn ich mir die Interviews, Reportagen, Meldungen, Hintergründe, Kommentare, Fernseh- und Radiosendungen betrachte, könnte man ganze Bücher damit füllen. Kurz danach habe ich mich ohnehin verkrochen, weil mich die Geschehnisse in einen Schockzustand versetzt hatten. Langsam habe ich mich wieder berappelt, so dass ich mir Meldungen, Nachrichten, Zeitungsberichte, Radiointerviews wieder ansehen und anhören kann. Meine derzeitige Stimmungslage trifft ganz gut die Titelüberschrift des SPIEGEL: „Ihr wollt, dass ich Angst habe. Vergesst es !“ Diese Worte postete Antoine Leiris auf Facebook, nachdem die Islamisten seine Frau im Konzertsaal Bataclan erschossen hatten. Sie hinterläßt einen siebzehn Monate alten Sohn. Ich selbst werde mich nicht davon abhalten lassen, Konzertsäle zu besuchen, Weihnachtsmärkte oder auch Fußballstadien. Im Nachgang berührten uns dann doch die Ereignisse von Paris. Während wir am Arbeitsplatz um 12 Uhr montags in unserer Teambesprechung die Schweigeminute einlegten, ging diese spurlos an der Grundschule vorbei. Unser kleines Mädchen geht mittlerweile in die vierte Klasse der Grundschule. Im Fernsehen hatte sie die Berichterstattungen über die Terroranschläge mitbekommen – so auch, dass montags die Schweigeminute eingelegt werden sollte, was sie gerne gemacht hätte. An der Grundschule hatten sich indes die Befindlichkeiten der Erstklässler durchgesetzt. Um ihnen keine weitere Angst einzuflößen, sollte auf die Schweigeminute verzichtet werden. Dem hatten sich dann die übrigen Klassen anzuschließen. Unsere Kleine kam jedenfalls todtraurig nach Hause, dass keine Schweigeminute eingelegt worden war. Das zweite Ereignis im Nachgang zum Terroranschlag war eine stehen gelassene Tasche in der Bonner U-Bahn-Station unter dem Hauptbahnhof. Ein 13-jähriger war neugierig und wollte testen, wie die Öffentlichkeit auf einen herrenlosen Koffer reagiert. Das gelang ihm zweifellos perfekt. Mittwochs gegen 16 Uhr stellte er einen leeren Trolley ab und ging weg. Das Ergebnis war ein Großeinsatz von Polizei und Sprengstoffexperten. „Störung im Tunnelbereich der U-Bahn“, diese Sprechansage umschrieb an den U-Bahnhaltestellen freundlich, dass alle U-Bahnhaltestellen im Innenstadtbereich dicht waren. Ein Busersatzverkehr wurde eingerichtet. Um mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause zu kommen, ging ich zu Fuß über den Rhein und fuhr mit der dortigen Straßenbahn weiter. 1 ¾ Stunden brauchte ich bis nach Hause. Der 13-jährige Schüler meldete sich einen Tag später bei der Polizei, dass alles eigentlich nur ein Scherz gewesen sei.

Zahnarzt

Wartezimmer beim Zahnarzt

Nachdem ich mich vor zwei Jahren und ein paar Monaten beim Zahnarzt habe blicken lassen, hat sich die Unregelmäßigkeit meiner Zahnarztbesuche nunmehr gerächt. Drei Zähne haben sich in diesem Zweijahreszeitraum gelockert und sind lose. Davon hatte ein Schneidezahn so sehr gewackelt, dass meine Zahnärztin Angst hatte, er könne beim ganz normalen Abbeißen herausfallen oder auch herausbrechen. Den Schneidezahn hat sie nun gezogen. Die Zahnlücke füllt nunmehr eine Prothese aus, deren Klammern ich zwischen meine Seitenzähne festhaken muss. Im Vergleich zu Backenzähnen, wo ich einzelne Zahnlücken habe, nachdem mir diese gezogen worden sind, komme ich mir durch den fehlenden Schneidezahn regelrecht amputiert vor, weil die klaffende Lücke ganz vorne an meinem Gebiß liegt und riesig ist. Wenn ich die Prothese in die Lücke stecke, ist die Bewegungsfreiheit der Zunge im Gaumen eingeschränkt. Kauen ist stark gewöhnungsbedürftig, da ich auf die Klammern an den Seitenzähnen beiße, so dass ich beim Essen die Prothese herausnehme. Die Optik der finde ich jedenfalls sehr gelungen, so dass ich das Zahntechniklabor, welches diese angefertigt hat, durchaus loben möchte. Dennoch sehe ich Schreckensszenarien auf mich zukommen, wenn in Zukunft in solch kurzen Zeiträumen Zähne zu wackeln anfangen und gezogen werden müssen.

Jahrgangskollegin aus meiner Ausbildung

Kontakte zu meinen Jahrgangskollegen und –innen aus meiner Ausbildung habe ich nicht aktiv gepflegt. So hatten wir nach 25 Jahren ein Nachtreffen, danach hatte ich mit 4-5 Kollegen dienstlich zu tun, von denen sich unsere Familie mit einer Kollegin einmal zu Hause bei Euskirchen getroffen hatten. Der Kontakt zu den anderen 3-4 Kollegen hatte sich weiter verflüchtigt, weil mich rein persönlich nicht so viel mit diesen Kollegen verband. Der Kontakt mit der einen Kollegin aus Euskirchen hielt aber, weil wir in derselben Ober-Abteilung waren. 1x jährlich sahen wir uns und tauschten uns aus, da unsere Abteilungsleiterin eine Gemeinschaftsveranstaltung in größerem Rahmen organisierte. Zu weiteren Treffen darüber hinaus kam es nicht. Die Kollegin ist im Sommer mit 55 Jahren in den Vorruhestand gegangen. Dazu erreichte mich folgende E-Mail:

Auf Ihre Einladung habe ich vorgeschlagen, Eis essen zu gehen. Den vorgeschlagenen Termin verschob sie dann um eine Woche. Eine halbe Stunde vor dem verschobenen Termin erreichte mich dann ihre Nachricht: „Entschuldige die kurzfristige Absage aber bei mir klappt es heute nicht .Ich rufe dich an.“ Kurz darauf ist sie in Vorruhestand gegangen. Private Kontaktdaten habe ich nicht, in sozialen Netzwerken ist sie abwesend. Auf den Rückruf werde ich wahrscheinlich bis in alle Ewigkeit warten. So habe ich im Endeffekt nur ganz wenige Kontakte halten können, die über Jahrzehnte zurückreichen.

Abzocke am Kölner Südfriedhof

Streit, politische Debatten, Meinungsverschiedenheiten, öffentliche Ordnung, Polizei, Kriminalität – das ist alles unwichtig gegenüber der öffentlichen Diskussion über Parkplätze. So ist das autofahrende Volk beruhigt, wenn es genügend Parkplätze gibt. Stadtplaner und Baubehörden sind da sensibilisert, in unserem mobilen Zeitalter Parkraum für den Individualverkehr freizuhalten, wenn öffentliche Verkehrsmittel keine Alternative darstellen. So auch an Friedhöfen. Am der südlichen Peripherie von Köln ist der Parkraum in Köln-Zollstock knapp, wobei der Südfriedhof über rund 50 Parkplätze verfügt, die überwiegend gebührenpflichtig sind. Bei Beerdigungen oder auch an Allerheiligen herrscht hier absoluter Notstand. Diese Zeiten der Parkplatznot nutzt nun die Stadt Köln, um ihre leere Stadtkasse etwas aufzufüllen. An Allerheiligen ufert das Parkplatzchaos aus. Wider jedweden Pietätsgefühls kontrollierten Politessen, was das Zeug hält. Mitunter müssen die – teilweise hoch betagten Angehörigen – lange Fußmärsche von Parkplätzen in Wohngebieten in Kauf nahmen, um nicht in Parkverbotszonen zu parken. Die Politessen leisten an solchen Tagen gnadenlose Arbeit: an den Windschutzscheiben klebten ihre roten Zettel mit der nüchternen Aufforderung, das Ordnungsgeld von 10 € zu zahlen.

Fußball

Freundschaftsspiel in Meckenheim-Merl

Ein Stück Stolz kann ich nicht verbergen. Dem Fußball bin ich durchaus verbunden, da ich selbst in meiner Jugend rund fünf Jahre Fußball gespielt habe, wobei unsere Mannschaft nie besonders erfolgreich war. B-Jugend, A-Jugend, dann Kreisliga C, meistens in den unteren Tabellenrängen. Bis heute wirkt der Fußball nach, da dort das Teamverständnis über den Erfolg entscheidet und nicht, was jeder allein für sich kann. Das habe ich versucht, in die Arbeitswelt zu übertragen, wo es dann auch mehr auf Teamarbeit ankommt als auf individuelles Können. Nachdem in der offenen Ganztagsschule eine Fußball-AG angeboten wurde, hat unsere Kleine ihre Leidenschaft für den Fußball entdeckt. Sie spielt nun seit August in der E-Jugend-Mädchenmannschaft mit, das ist die Altersklasse bis zu 10 Jahren. Dabei bewundere ich das Engagement und Fähigkeiten zur Motivation von Trainerin und Betreuer. Wenn ich es schaffe, fahre ich zu den Spielen mit, wenn unsere Kleine mitspielt. So zuletzt nach Meckenheim-Merl, wo unsere Mädchenmannschaft ein Freundschaftsspiel 9:2 gewonnen hat.

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